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Mehr Natur- und Artenschutz

Michael Buntfusz, Leiter des Fachgebietes Umwelt der Stadt Salzgitter (stehend am Podium) informierte die zahlreichen Bürgerinnen und Bürger über das geplante Projekt. Weiterhin informierten (von links sitzend am Podium), Babett Thomas, Teamleiterin Gewässerschutz, Wasserwirtschaft im Fachgebiet Umwelt, Alexander Stitz (Stitz Landschaftsarchitektur), Michael Jürging, Geschäftsführer agwa und Kathrin Kukla, Projektingenieurin agwa. Henny Frühauf, Verantwortliche für das Renaturierungsprojekt im Fachgebiet Umwelt (stehend an der Seite), nimmt die Fragen entgegen. Foto: Stadt Salzgitter

Die Fuhse soll zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Autobahn 39 einen neuen Verlauf und mehr Raum bekommen: Die Stadt Salzgitter und die beteiligten Büros stellten rund 60 Bürgerinnen und Bürgern das geplante Renaturierungsprojekt vor.

Ausgangspunkt: Die Fuhse verläuft zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Autobahn 39 stark begradigt und monoton. Sie fließt durch überwiegend intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen.

Das Ziel: In diesem Abschnitt soll die Fuhse einen neuen Verlauf erhalten, damit sie mehr Raum bekommt. Darüber hinaus soll sie sich wieder natürlicher entwickeln. 

Das langfristige Ziel: Mehr Naturschutz und Artenschutz in diesem Abschnitt. 

Gleichzeitig soll das Wegenetz für die Naherholungsnutzung neu konzipiert werden, wobei auch die Aufenthaltsqualität verbessert und Aspekte der Umweltbildung (Lernort für Kitas und Schulen) berücksichtigt werden sollen.

Michael Buntfusz, Leiter des Fachgebietes Umwelt der Stadt Salzgitter, erläuterte, dass das geplante Renaturierungsprojekt ein Teil des Handlungskonzepts zum Schutz von Fließgewässern sei, das der Rat der Stadt Salzgitter beschlossen habe.

Die Stadt Salzgitter habe mit Renaturierungsprojekten in Barum und Gebhardshagen/Salder gute Erfahrungen gemacht, weil Renaturierungsprojekte der Natur mehr Möglichkeiten zur Entwicklung geben und damit die Vielfalt der Arten fördern.

Die Fuhse soll zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Autobahn 39 einen neuen Verlauf und mehr Raum bekommen: Die Stadt Salzgitter und die beteiligten Büros stellten rund 60 Bürgerinnen und Bürgern das geplante Renaturierungsprojekt vor. Foto: Ingenieurbüro agwa
Die Fuhse soll zwischen der Theodor-Heuss-Straße und der Autobahn 39 einen neuen Verlauf und mehr Raum bekommen: Die Stadt Salzgitter und die beteiligten Büros stellten rund 60 Bürgerinnen und Bürgern das geplante Renaturierungsprojekt vor.

Was ist in diesem Abschnitt geplant?: 

Die Fuhse soll in diesem Abschnitt einen neuen geschwungenen Verlauf mit einem Niedrig/Mittelwasserprofil erhalten (siehe Lageplan). Damit soll zum einen verhindert werden, dass die Fuhse in heißen Sommern austrocknet, zum anderen hat die Fuhse dann bei Hochwasser mehr Volumen für das Wasser.
Darüber hinaus soll der neue Fuhseverlauf eine flachere Böschung haben; an zwei Stellen sollen Möglichkeiten geschaffen werden, einen Einblick auf die zukünftige Auenlandschaft nehmen zu können. 
Kies und Totholz sollen als strukturverbessernde Maßnahme eingebaut werden.
Anpflanzung von standortgerechten Gehölzen (für die Auenentwicklung).
Der Fuß- und Radweg inklusive der Schmutzwasserleitung muss verlegt werden. Die Qualität des Weges soll dem jetzigen Weg entsprechen.
Wichtig: Das neue Gewässerprofil hat keine Auswirkungen auf die Fuhse in Salder.

Kosten: Baukosten: ca. 1,2 Million Euro

Das Projekt wurde bisher zu 90 Prozent durch Landesmittel aus dem Maßnahmenprogramm zur Fließgewässerentwicklung gefördert.

Der Rest wird aus Ersatzgeldern finanziert.

= keine Kosten für die Stadt Salzgitter

Zeitplan: voraussichtlich Ende April/Anfang Mai 2024 soll das Planfeststellungsverfahren (Verfahren zur Genehmigung des Projekts) beginnen. Die Pläne mit allen Details werden öffentlich im Rathaus ausgelegt. Bürgerinnen und Bürger sowie Vereine und Institutionen haben Gelegenheit, Einsicht in die Pläne zu nehmen, sich einen Überblick zu verschaffen und gegebenenfalls Bedenken und/oder Änderungswünsche zu äußern, die geprüft werden müssen.

Sollte das Planfeststellungsverfahren Ende 2024 abgeschlossen sein, könnte mit dem Projekt 2025 begonnen werden. Erforderlich ist die Abstimmung mit dem Baubeginn des Abwasserzentralregisters, weil dort der neue Rad- und Fußweg verlaufen soll.