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Unter Anleitung von Prof. Thomas Cerbe (Institut für Verkehrsma-nagement an der Ostfalia-Hochschule, r.) tankt TAG-Chef Claudius Oleszak CO2-frei.

Quartier mit Zukunft

E-Mobilität befindet sich auf dem Vormarsch. Allein im Jahr 2019 wurden in Deutschland wesentlich mehr Elektro-Autos zugelassen als im Jahr 2018. Der Anstieg betrug 75,5 Prozent.

Nach Aussagen von Sven Strube, Honorarprofessor an der Ostfalia Hochschule, wird das in den nächsten 5 bis 10 Jahren deutlich so weitergehen. „Die Anzahl der E-Fahrzeuge in unseren Wohnquartieren steigt erheblich an. Die Automobil-Industrie wird bis 2025 ca. 20 % ihrer Produktion in E-Fahrzeuge herstellen. Bis zum Jahr 2030 werden 50% unserer Autos elektrisch be-tankt werden. Zudem werden die Reichweiten, die man mit einem Elektro-Auto zurücklegen kann, weiter steigen.“ Da ist es nur folgerichtig, wenn auch die Anzahl der E-Säulen wächst – gerade im ländlichen Bereich, und dort möglichst mitten in den Wohnquartieren. In Salzgitter hat sich seit Mitte letzten Jahres in dieser Richtung schon viel bewegt. „Die WEVG als örtliches Versorgungsunternehmen betreibt inzwischen 21 Säulen im Stadtgebiet“, merkt Matthias Giffhorn, Prokurist der WEVG, an.

Unter der fachkundigen Anleitung von Ina Stange wird der Park-platz mit Folie gekennzeichnet (v.l. Rainer Krause, Sven Strube, Claudius Oleszak und Prof. Thomas Cerbe).

Gemeinsam mit dem Wohnungsunternehmen TAG Wohnen als größter Vermieter in Salzgitter wurde in der Siedlung Fredenberg jetzt eine weitere E-Säule gemeinschaftlich mit TAG Wohnen und der WEVG errichtet. Dem Wohnungsunternehmen gehören dort mehr als 2.300 Wohnungen. Mitten im Wohnquartier der Siedlung an der Julius-Leber-Str./Ecke Kurt-Schumacher-Ring wird seit dem 23. Juni 2020 elektrisch getankt. Claudius Oleszak, TAG-Chef in Salzgitter, erklärte dazu: „Die Mieterinnen und Mieter der TAG Wohnen sollen über diese neue E-Säule mit auf den Weg in die Zukunft genommen werden.“ Das Quartier mit über 7.000 Mieterinnen und Mietern könnte so auch aktiv Einfluss auf unsere Umwelt nehmen. „Die Elektro-Fahrzeuge sind in den letzten Jahren erheblich preiswerter geworden. Mit der jetzt vom Bundeskabinett beschlossenen, weiteren Förderung wird es nochmals zu einer Preissenkung kommen. Zudem ist die Senkung der Mehrwert-steuer seit dem 1. Juli ein zusätzlicher Grund, sich Gedanken über die Anschaffung eines E-Fahrzeuges zu machen“. Sven Strube verweist darauf, dass z.B. ein VW E-up – ein Elektrofahrzeug – mittlerweile zum gleichen Preis zu haben ist wie ein vergleichbarer PKW mit Verbrennungsmotor. Prof. Thomas Cerbe vom Institut für Verkehrsmanagement an der Ostfalia-Hochschule macht in diesem Zusammenhang deutlich: „Wir haben unsere ersten Erfahrungen mit Nutzern von Elektro-Autos schon sehr früh im Jahre 2010 gemacht. Damals waren die PKW noch sehr einfach gehalten und verhältnismäßig teuer. Vor zwei Jahren haben wir eine Studie in Wolfsburg gemacht und dabei festgestellt, dass die Elektromobilität weiblich ist. Viel mehr Frauen als Männer haben sich dort für E-Autos interessiert.“ 

Jetzt sollen im Rahmen des gemeinsamen Projektes in Fredenberg weitere Erfahrungen gesammelt werden. „Wir haben Salzgitteraner und Salzgitteranerinnen dazu aufgefordert, sich bei uns zu bewerben, wenn man ein E-Auto einfach mal an einem Wochenende oder ein paar Tage ausprobieren möchte“, erläutert Oleszak. Rainer Krause (Geschäftsführer der WEVG) kann sich gut vorstellen, dass ein unternehmenseigener Elektro-PKW für diese Probefahrten zur Verfügung gestellt wird. „Unsere beiden WEVG-Fahrzeuge sind startklar. Wir würden uns freuen, wenn uns interessierte Bürgerinnen und Bürger ihre Erwartungen vor dem Ausleihen des PKW mitteilen und dann nach dem Ausleihen über ihre Erfahrungen berichten könnten“, erklärt Krause. Behilflich ist ihm dabei Prof. Thomas Cerbe, der bereits Fragebogen in di-se Richtung entwickelt und angewendet hat.

Alle Partner im Projekt „Fredenberg going electric“ haben sich anlässlich der jetzt erfolgten Einweihung der Fredenberg-Säule dort zusammengefunden und sich einiges für die nächsten Monate vorgenommen. Eine Ausschreibung zur Ermittlung von Interessenten ist bereits erfolgt. 127 Bewerberinnen und Bewerber haben sich bei der TAG Wohnen bereits schriftlich per E-Mail gemeldet. „Vier oder fünf werden wir auslosen. Dann kann das Projekt gestartet werden“, zeigt sich Oleszak optimistisch.

 Fotos: oh/TAG Wohnen/Günter Ott

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