Pflanzen, wohin das Auge blickt. Das freut auch die Wildbienen.

Pflanzen, wohin das Auge blickt. Das freut auch die Wildbienen.

Artenschutz und besseres Klima: Es grünt auf Dächern und an Fassaden 

Grüne, bepflanzte Dächer und Fassaden werden gerade im Hinblick auf den herrschenden Klimawandel immer wichtiger. Die Pflanzen verbessern zum einen das Mikroklima rund um das Haus, denn sie befeuchten die Luft, mindern den Lärm und filtern Feinstaub. „Studien weisen nach, dass schon die Pflanzen einer anspruchsloseren, extensiven Dachbegrünung Feinstaub, Stickoxide und weitere Schadstoffe aus der Luft filtern und abbauen können“, sagt Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbands GebäudeGrün.

Eine extensive Dachbegrünung ist jene mit anspruchslosen Pflanzen. Sie kann schon viel Gutes bewirken.

Eine extensive Dachbegrünung ist jene mit anspruchslosen Pflanzen. Sie kann schon viel Gutes bewirken.

Größere Artenvielfalt

Zudem helfen die Gebäudepflanzen dabei, die Artenvielfalt der Insekten und Tiere zu fördern. Denn Wildbienen, Schmetterlinge und andere Kleinlebewesen finden auf Gründächern Nahrung, etwa in den Blüten der zahlreichen Pflanzen. Vögel nutzen eine begrünte Fassade gern als Nistplatz. Des Weiteren schützen Pflanzen die Dachabdichtungen vor Extremtemperaturen und -witterungen. Damit wird die Lebensdauer eines Daches verlängert. Der Gründachaufbau hält das Regenwasser zurück, somit wird die Kanalisation entlastet und der Hausbesitzer spart Abwassergebühren. Nicht zuletzt erhält der Bauherr selbst neu nutzbaren Wohn- und Freizeitraum, wenn er beispielsweise auf dem Flachdach einen Dachgarten anlegt. Auch Städteplaner und Architekten nutzen heutzutage das Wissen um die Klimafreundlichkeit der Gebäudebegrünung.

Auch private Bauherren können ihre Dächer begrünen.

Auch private Bauherren können ihre Dächer begrünen.

Fördermöglichkeiten vorhanden

Wer als privater oder auch gewerblicher Bauherr einen grünen Neubau plant oder ein Bestandshaus begrünen möchte, kann in manchen Städten eine direkte oder indirekte finanzielle Förderung dafür in Anspruch nehmen. Der Bundesverband hat eine Umfrage unter deutschen Städten durchgeführt. Daraus geht hervor, dass in den Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern insgesamt 47 Förderprogramme für Dachbegrünung und 44 für Fassadenbegrünung laufen. Weitere 33 Städte betreiben Programme, die Dach- und Fassadenbegrünung kombinieren und teilweise Innenhöfe, Vorgärten und Freiflächen beinhalten. Unter www.gebaeudegruen.info sind die Umfrageergebnisse kostenlos abrufbar. International wird das Thema klimafreundliche Dächer und Fassaden ebenfalls immer wichtiger. Als Folge findet vom 16. bis 18. Juni 2020 der Weltkongress GebäudeGrün mit etwa 100 Vorträgen in Berlin statt. (djd). 

 

Fotos: djd/BuGG

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