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Safer Internet Day 2026: Jugendliche klären über Gefahren im Internet auf

Im Rahmen des bundesweiten Aktionstages „Safer Internet Day 2026“ informierten die „MedienScoutZ“ der Gottfried-Linke-Realschule, der Hauptschule am Fredenberg sowie des Gymnasiums am Fredenberg am 10. Februar in der Jugend- und Kulturwerkstatt Forellenhof über aktuelle Gefahren im digitalen Raum.

An interaktiven Mitmachstationen setzten sich rund 200 Mitschülerinnen und Mitschüler der sechsten und siebten Klassen mit Themen wie Fake News, Cybermobbing und dem Recht am eigenen Bild auseinander. Angesichts der zunehmenden Verbreitung und Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI) wird die Aufklärung und Sensibilisierung immer wichtiger. 

Ein anschauliches Beispiel bildete ein vermeintliches Video aus einem Katastrophenszenario: Der Eiffelturm steht in Flammen, eine Reporterin berichtet live vor Ort. Dieses Video verbreitete sich rasant über die Plattform TikTok. Doch was viele nicht erkennen: Die Szene hat es aber nie gegeben. Das Video ist ein sogenannter Deepfake, ein mit Künstlicher Intelligenz erzeugtes und manipuliertes Video. Anhand dieses Beispiels verdeutlichten die „MedienScoutZ“, wie einfach sich täuschend echte Inhalte erstellen und verbreiten lassen.

Claudia Kramer, Polizeihauptkommissarin in der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel und Beauftragte für Jugendsachen, wies darauf hin, dass die Möglichkeiten Künstlicher Intelligenz zunehmend missbräuchlich genutzt werden. So würden unter anderem Bilder von Mitschülern verfremdet und bearbeitet, teils sexualisierte Inhalte erstellt und ohne Einwilligung über soziale Netzwerke oder in Klassenchats verbreitet. Dies verletzt nicht nur die Persönlichkeitsrechte anderer, sondern kann auch erhebliche rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. 

Aufklärungsarbeit unter Gleichaltrigen durch interaktive Mitmachstationen: 

Die „MedienScoutZ“ des Gymnasiums am Fredenberg informierten ihre Mitschülerinnen und Mitschüler an den interaktiven Stationen, wie manipulierte Bild- und Videoinhalte erkannt und Fake News (Falschmeldungen) hinterfragt werden können. 

Die Gottfried-Linke-Realschule setzte ihren Schwerpunkt auf das Thema Cybermobbing. Dabei wurden unter anderem Fragen behandelt wie: Wo beginnt Mobbing? Welche Formen kann es annehmen? Und welche rechtlichen Folgen sind möglich?

Die „MedienScoutZ“ der Hauptschule am Fredenberg klärten über das Recht am eigenen Bild auf. Thematisiert wurden unter anderem die Voraussetzungen für das Fotografieren von Personen, die Veröffentlichung von Bildmaterial sowie mögliche rechtliche Folgen bei Verstößen.

Die rund 200 Schülerinnen und Schüler der drei Schulen beteiligten sich engagiert und tauschten sich aus. 

Claudia Kramer betonte die besondere Bedeutung des Projektes: „Schülerinnen und Schüler wenden sich häufig eher an Gleichaltrige als an Erwachsene. Viele Betroffene sprechen nicht offen über ihre Erfahrungen. Das Dunkelfeld ist groß. Präventionsarbeit und frühzeitige Aufklärung sind daher entscheidend, um Betroffene zu schützen und Straftaten aufzuklären.“ 

André Greco, Medienpädagoge des Fachdienstes Kinder, Jugend und Familie, unterstreicht die Bedeutung: „Ein erheblicher Teil der Jugendlichen hat schon Erfahrungen mit Cybermobbing gemacht. In unserer zunehmend digitalen Lebenswelt ist es wichtig, soziale Kompetenzen zu stärken und den verantwortungsvollen Umgang mit Medien zu fördern. Genau hier setzt unser Projekt an, das wir aufgrund der positiven Resonanz selbstverständlich weiterführen.“ 

Informationen

Was ist ein „MedienScoutZ“?

„MedienScoutZ“ ist ein Präventions- und Medienkompetenzprojekt der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel und der Stadt Salzgitter, das vom örtlichen Präventionsrat gefördert und finanziell unterstützt wird. Darüber hinaus unterstützt der Verein „Wir helfen Kindern“ das Projekt ebenso finanziell wie der „Rotary Club“.  

Dieses Präventions- und Medienkompetenzprojekt der Stadt Salzgitter und der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel ist in der Region einzigartig. 

Was im Herbst 2022 als Pilotprojekt der Stadt Salzgitter und der Polizeidirektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel gestartet ist, hat sich inzwischen an vier Schulen etabliert:

·         Gottfried-Linke-Realschule (Pilotschule)

·         Hauptschule Am Fredenberg

·         Realschule Salzgitter-Bad

·         Gymnasium am Fredenberg 

Mittlerweile engagieren sich ca. 55 „MedienScoutZ“ an den vier Schulen in Salzgitter. 

In einer einjährigen Ausbildung werden interessierte Schülerinnern und Schüler in Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der teilnehmenden Schulen, der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel und den Medienpädagogen der Stadt Salzgitter zum „MedienScoutZ“ ausgebildet. Anschließend leisten sie präventive Aufklärungsarbeit unter Gleichaltrigen und stehen ihnen als vertrauensvolle Ansprechpersonen bei Fragen oder Anliegen zur Seite. 

Sie klären über die Chancen und Risiken der Mediennutzung auf und unterstützen ihre Mitschülerinnen und Mitschüler im verantwortungsvollen Umgang mit digitalen Medien. Dazu bieten die „MedienScoutZ“ Sprechstunden in unterschiedlichen Formen an. Sie führen beispielsweise Workshops und Informationsveranstaltungen durch, in denen sie über Themen wie Cybermobbing, Fake News oder Sicherheitseinstellungen auf Smartphones informieren. Die „MedienScoutZ“ unterstützen Fachexpertinnen und Fachexperten (z.B. Polizei) bei Unterrichtseinheiten und Workshops.

Die „MedienScoutZ“ leisten darüber hinaus auch Präventionsarbeit in den 4. Klassen der Grundschulen Lichtenberg/Lesse, Dürerring und der GS Altstadt-Wiesenschule.

Die Ausbildung der „MedienScoutZ“ wird im Wesentlichen durch die Personalressourcen der Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen der kommunalen Kinder- und Jugendförderung der Stadt Salzgitter sowie dem Präventionsteam der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel organisiert.  

Ansprechpersonen

Ansprechpartnerin der Polizeiinspektion Salzgitter/Peine/Wolfenbüttel ist Claudia Kramer, Beauftragte für Jugendsachen (claudia.kramer@polizei.niedersachsen.de).

Ansprechpartner bei der Stadt Salzgitter ist André Greco, Medienpädagoge im Fachdienst Kinder, Jugend und Familie (andre.greco@stadt.salzgitter.de).

Foto: Stadt Salzgitter