
Bündnis übergibt 6.500 Unterschriften in Berlin – Erzbischof Dr. Koch zeigt sich gesprächsbereit.
Mit drei eindringlichen Mahnwachen hat das Bündnis „Das St. Elisabeth-Krankenhaus muss gerettet werden“ in Berlin ein unmissverständliches Zeichen für die Wiederinbetriebnahme des Krankenhauses in Salzgitter gesetzt. Gemeinsam mit Oberbürgermeister Frank Klingebiel und rund 6.500 gesammelten Unterschriften forderte das Bündnis die Verantwortlichen auf, die fatale Schließung vom 1. Oktober 2026 rückgängig zu machen.
Der Tag war von gegensätzlichen Reaktionen geprägt:
Konfrontation beim Elisabeth Vinzenz Verbund (EVV).
Vor der Zentrale des Trägers in der Alarichstraße stieß das Bündnis auf eine erschütternde Arroganz. Ein Unternehmenssprecher nahm die Unterschriften lediglich mit dem knappen Kommentar entgegen, es sei „alles gesagt worden“. Diese Haltung stieß bei den Bündnisteilnehmern auf tiefes Unverständnis, da sie die christlichen Werte, denen sich der Verbund verpflichtet fühlt, vermissen lässt.
Oberbürgermeister Klingebiel verärgert und kämpferisch: „Die Geschäftsführung des katholischen Elisabeth Vinzenz Verbundes hat unser St. Elisabeth Krankenhaus mit Wissen und Wollen in die Eigeninsolvenz gehen lassen, leugnet als ehemaliger Eigentümer und Betreiber seines Krankenhauses aber jede Verantwortung für die Betriebsschließung und verschließt sich weiterhin jedem Gespräch zur Lösung der dramatischen Situation. Wir haben heute unmissverständlich und lautstark deutlich gemacht, dass wir dieses, in höchsten Maße unchristliche und verantwortungslose Wegducken nicht hinnehmen werden. Wir werden den Aufsichtsrat und die Gesellschafter des katholischen Elisabeth Vinzenz Verbundes sowie die Würdenträger der katholische Kirche weiter in die Pflicht nehmen.“
Gesprächsbereitschaft beim Erzbistum Berlin:
Ein deutliches Signal der Hoffnung gab es beim Erzbischof von Berlin, Dr. Heiner Koch. Er kam persönlich auf das Bündnis und Oberbürgermeister Frank Klingebiel zu. In einem intensiven Gespräch betonte Klingebiel die soziale Verantwortung der Kirche und forderte den Erzbischof auf, seinen Einfluss gegenüber dem EVV geltend zu machen, um den Standort zu retten. Bündnissprecher Mario Römer übergab die 6.500 Unterschriften mit den Worten: „Dies sind nicht nur 6.500 Namen, das sind 6.500 Stimmen, 6.500 Hoffnungen und 6.500 Gebete für unsere Notfallversorgung.“ Erzbischof Koch bedankte sich, zeigte Verständnis für die Forderungen und versicherte, um die Bedeutung des Anliegens zu wissen. Klingebiel und Römer luden den Erzbischof zu einem Runden Tisch am 30.10.2026 nach Salzgitter ein.
Enttäuschung vor dem Bundesgesundheitsministerium:
Vor dem Ministerium blieb der direkte Dialog aus. Ein Mitarbeiter nahm die Unterschriften entgegen, doch ein persönliches Gespräch mit Minister Dr. Linnemann kam nicht zustande. Oberbürgermeister Klingebiel kritisiertete dies scharf: „Die Gesundheitsreform, die kleine Häuser wie das St. Elisabeth Krankenhaus in den Ruin treibt, darf nicht hinter verschlossenen Türen verhandelt werden, während die Bevölkerung die Konsequenzen trägt. Wir erwarten ein Umsteuern dieses „Irrweges“ und schnellstmöglich gesetzliche Änderungen zur Stabilisierung der Krankenhäuser, auch in der Fläche und besonders kleinere, aber notwendige Basisversorgungen wie z. B. die Notfallversorgung.“
Mario Römer, Sprecher des Bündnisses, fasst zusammen:
„Der fast fertiggestellte Neubau, in den 35 Millionen Euro an Fördergeldern geflossen sind, darf kein Geisterhaus bleiben. Wir kämpfen weiter, weil unsere Notfallversorgung kein Sparprogramm ist. Dass wir beim Erzbischof Gehör gefunden haben, ist ein erster Schritt, doch wir fordern echte Taten – von der Kirche wie von der Politik. Keiner der beteiligten Akteure darf sich hinter einer GmbH verstecken“, so Römer weiter.
Das Bündnis kündigt an, den Druck aufrechtzuerhalten, bis eine tragfähige Lösung für die Menschen in Salzgitter gefunden ist.
