
Knapp 120 Schülerinnen und Schüler der Emil-Langen-Realschule
und der Hauptschule am Fredenberg nahmen am Präventionsprojekt „Zwischen Rap und Flow – Wenn Deutschrap Rollenbilder prägt“ vom Team Jugend- und Demokratiebildung im Fachgebiet Kommunale Kinder- und Jugendförderung der Stadt Salzgitter in der JugendKulturWerkstatt Forellenhof teil.
Im Mittelpunkt standen die Themen Männlichkeit, Rollenbilder, Rassismus, Sucht und Geschlechterrollen in Beziehungen.
Der Veranstaltungstag begann mit einem Vortrag von Autorin und Dozentin Prof. Dr. Heidi Süß zum Thema „Männlichkeit und Migration in Rap & Gesellschaft“ am Beispiel der Netflix-Dokumentation „Babo“ über den Rapper Haftbefehl.
Anschließend vertieften die Jugendlichen die Inhalte in verschiedenen Workshops. Das Team Jugend- und Demokratiebildung hatte dafür unterschiedliche Kooperationspartner eingeladen.
Gemeinsam mit Prof. Dr. Heidi Süß analysierten die Teilnehmenden deutsche Rap-Musikvideos aus den 1990er-Jahren bis heute und setzten sich damit auseinander, wie sich die Darstellung von Rassismus im Deutschrap verändert hat.
In einem Workshop der AWO Salto Suchthilfe Salzgitter beschäftigten sich die Jugendlichen anhand von Songtexten mit dem Thema Drogen und Sucht.
Gemeinsam mit Friederike Schröder von der Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt in Salzgitter ging es um die Frage, woran sich toxische Beziehungen erkennen lassen und welche Merkmale sie auszeichnen.
Mit Tobias Spiegelberg von Detox Identity diskutierten die Schülerinnen und Schüler darüber, welche Vorstellungen von Männlichkeit in der Gesellschaft und insbesondere im Deutschrap vermittelt werden und wie diese Rollenbilder hinterfragt werden können.
Anknüpfung an die Lebenswelt der Jugendlichen
„Der Rapper Haftbefehl und die Dokumentation über ihn sind bei vielen Jugendlichen sehr beliebt. Gleichzeitig werden die darin dargestellten Themen häufig nicht ausreichend kritisch hinterfragt. Haftbefehl spricht offen über seine Drogenproblematik, verkörpert ein sehr bestimmtes Männlichkeitsbild und führt mit seiner Frau eine Beziehung nach traditionellen Rollenbildern. Wir wollten die Jugendlichen in ihrer Lebensrealität abholen und diese Inhalte als Ausgangspunkt nutzen, um mit ihnen über wichtige gesellschaftliche Themen ins Gespräch zu kommen“, erklärt Alexandra Leszczynski aus dem Team Jugend- und Demokratiebildung.
Martina Malak, Stadtjugendpflegerin und Fachgebietsleitung Kommunale Kinder- und Jugendförderung, betont die Bedeutung des Projekts: „Erfolgreiche Präventionsarbeit setzt dort an, wo junge Menschen sind. Deutschrap gehört für viele Jugendliche zum Alltag und bietet deshalb einen guten Einstieg, um über Themen wie Rollenbilder, Sucht, Rassismus oder Beziehungen ins Gespräch zu kommen. Unser Ziel ist es, junge Menschen dabei zu unterstützen, Inhalte kritisch zu hinterfragen, eigene Haltungen zu entwickeln und selbstbestimmte Entscheidungen zu treffen. Genau dafür schaffen Projekte wie dieses den passenden Raum.“
