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Bürger schenken Museum weitere Salzgittersee-Funde

Übergaben Museumsleiter Arne Homann (rechts) kürzlich einen Mammut-Backenzahn und viele weitere Eiszeit-Funde aus dem Salzgitter-See: Lutz Fleddermann (links, mit Stoßzahnfragment) und Daniel Kehe (Mitte, mit Backenzahn). Foto: oh/Stadt Salzgitter

Große Freude im Städtischen Museum Schloss Salder.

Nachdem im vergangenen Jahr bereits Taucher einen Mammut-Stoßzahn aus dem Salzgittersee an das Museum abgegeben hatten, folgten nun weitere Stücke.

Der Lebenstedter Daniel Kehe übergab einen geradezu riesigen, perfekt erhaltenen Mammut-Backenzahn. Diesen hatte sein Vater 1972 beim Tauchen im Salzgittersee geborgen, lackiert und daheim in einer Vitrine aufbewahrt. Lutz Fleddermann, heute Wendeburg, brachte eine ganze Kiste voll mit teils großen Stücken von Knochen und Stoßzähnen. Diese stammen von verschiedenen Tieren und sollen noch näher bestimmt werden. Gefunden haben sie der Spender und sein Vater zirka 1971 beim Kieswerk am Westufer des Salzgittersees (Saugbagger). Sie wollten dort eigentlich zur Optimierung des Eigenheims Steine kaufen, die beim Kiesabbau anfielen und entdeckten dazwischen zufällig die zahlreichen Relikte der Eiszeit.

Museumsleiter Arne Homann verwundern die neuen Schenkungen nicht. Denn bei der Anlage des Salzgittersees zur Kiesgewinnung wurden ab 1960 die im Erdreich liegenden eiszeitlichen Schichten angeschnitten. Das eiszeitliche Material darin wurde mit dem Kies ausgebaggert und geborgen. Am Seeboden sind aber immer noch Funde vorhanden – und zwar dort, wo die Schichten offenliegen oder später mit demselben Material bei der Gestaltung des Sees wieder Gelände aufgeschüttet wurde. Dennoch freuen ihn die neuen Schenkungen ungemein. Er meint dazu: „Mammutzähne kann man gar nicht genug haben“ und plant den Backenzahn und das ein oder andere Stoßzahn- und Knochen-Fragment künftig den zahlreichen großen und kleinen Gästen seines Museums zum Anfassen verfügbar zu machen. Denn ein zigtausende von Jahren altes Stück Vergangenheit in Gewicht und Textur auch sinnlich zu erfahren ist etwas ganz anderes, als es nur durch Glas zu bestaunen.

Das Städtische Museum Schloss Salder öffnet immer Dienstag bis Donnerstag vom 11 bis 17 Uhr (Achtung: abweichende Öffnungszeiten an Feiertagen)

Der Ausstellungsort zum Thema Eiszeit im Schloss Salder (Kellergewölbe) ist nicht barrierearm (Treppen).
Der Eiszeitgarten mit lebensgroßen Rekonstruktionen eiszeitlicher Großsäuger, Jägerlager und „Zwitscherkiste“ ist aktuell bei gutem Wetter immer zu den Öffnungszeiten des Museums zu besichtigen. Er ist leider ebenfalls nicht barrierearm (Kiesweg).