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Ausstellung: Die Zukunft war gestern

Die „Schwimmende Tunnelbahn im Atlantik“ von Günter Radtke wurde 1976 im Magazin Stern veröffentlicht. Im Text stand:
„In luftleeren Tunnelröhren von 12 m Durchmesser, die 200 m tief im Atlantik schweben, werden Magnetschienenbahnen mit Überschalltempo von Europa nach Amerika rasen. Entlang des 6.000 km langen Rohrlei­tungssystems sorgen Roboterstationen dafür, dass die Röhre stabil im Ozean ruht, denn computergesteuerte Propeller gleichen den Einfluss von Strömungen aus.“

Unter dem Titel „Die Zukunft war gestern“ werden ab Sonntag, 28. April , in den Städtischen Kunstsammlungen in Salder Arbeiten von Günter Radtke ausgestellt. Interessierte sind zur Eröffnung um 11 Uhr eingeladen.

Günter Radtke arbeitete als Pressezeichner, Illustrator und Maler. Er war Mitbegründer und über 50 Jahre Chefillustrator des Magazins „Stern“.

Angeregt durch die vielen verschiedenen Themen, zu denen Magazin- und Buchverlage Bildmaterial benötigen, es jedoch nicht existierte, entwarf Günter Radtke hunderte Zukunftsvisionen, manche vollkommen absurd, manche umsetzbar und von heutigen Visionären übernommen. Die Themenvielfalt war groß: die Eroberung des Weltraums und der Tiefsee, Verkehrssysteme für Schiene, Straße, Wasser und Luft, Energiegewinnung aus Atom und Wasserstoff, Stadtplanung für große Menschenmengen sowie Nahrungsmittelproduktion.

Zum Hintergrund der „Raumstation“ von Günter Radtke: „Der Querschnitt durch die im All schwebende Raumstation zeigt die unterschiedlichsten Ebenen mit Versorgungsetagen im unteren Bereich und den Etagen zum Leben und Wohnen auf den oberen Ebenen. Die Grünflächen erhalten »Tageslicht«, da diese unter transparenten Kuppeln sind. Landeluken sind für Raumfahrzeuge ebenfalls auf den unteren Ebenen installiert. Die Bereiche wechseln sich ab. Die Energieversorgung wird unter anderem über Solaranlagen erzeugt.“

Die Ausstellung „Die Zukunft war gestern“ präsentiert einen Ausschnitt dieser Visionen und würdigt die schöpferische Vorstellungskraft Günter Radtkes, der in seinem Werk die „reine Illustration“ weit hinter sich lässt.

Die Gäste können in den Räumen der Städtischen Kunstsammlungen die Zukunft von heute im Gestern entdecken. Rund um die Ausstellung gibt es ein vielfältiges Begleitprogramm (Workshops für Kinder, Führungen, Matinée). Weitere Informationen sowie den Katalog gibt es im Veranstaltungskalender der Stadt Salzgitter (www.salzgitter.de)

Informationen:

Die Ausstellung wird am Sonntag, 28. April, um 11 Uhr eröffnet. Interessierte sind eingeladen. Die Einführung übernimmt Michael Heißenberg, der Geschäftsführer von „zeitlupe“ in Ahrensberg, einergemeinnützigen Gesellschaft zur Erhaltung untergehender Kulturgüter. Seit 2018 widmen sich die Verantwortlichen um die in derer Satzung festgeschriebenen Zwecken, der Förderung von Kunst, Kultur sowie dem Umwelt- und Naturschutz. Ein Schwerpunkt ist die Sammlung von Günter Radtke, die rund 600 großformatige Originalgrafiken umfasst und Exponate für die Ausstellung in Salzgitter zur Verfügung stellt.

Die Ausstellung bis zum 14. Juli zu den Öffnungszeiten der Städtischen Kunstsammlungen Schloss Salder, Museumsstraße 34, zu sehen (Dienstag bis Sonntag 11 bis 17 Uhr). Der Eintritt ist kostenlos.

Fotos: Aus der Sammlung von Günter Radtke